Ein Weiterbildungspakt für Hessen: Volkshochschulen beraten ihre Zukunft in Darmstadt-Kranichstein

Einen „Pakt für Weiterbildung“ zwischen dem Land Hessen und den öffentlichen und freien Trägern der Erwachsenenbildung hat Kultusminister Prof. Dr. Lorz in seinem Grußwort zur 37. Verbandsversammlung des Hessischen Volkshochschulverbandes angekündigt. Ab dieser Legislaturperiode sind zusätzliche Mittel für die Weiterbildung vorgesehen.


Im Vorfeld erster Gespräche zum Weiterbildungspakt trafen sich 63 Delegierte der hessischen Kommunen und weitere Gäste aus Bildung und Wissenschaft auf Einladung des Volkshochschulverbandes im Kreishaus des Landkreises Darmstadt-Dieburg in Kranichstein.
 
„Die angekündigte Erhöhung der Mittel muss sich am bundesdeutschen Durchschnitt orientieren“, forderte der Verbandsvorsitzende Baldur Schmitt in seiner Rede an die Delegierten. „Die Förderung des Landes Hessen liegt 50% unter dem Niveau aller Bundesländer, die Volkshochschulen benötigen nach Jahren der Kürzungen endlich zusätzliche Mittel, um ihre vielfältigen Aufgaben bewältigen zu können“, so Schmitt. Insbesondere in den Programmfeldern Alphabetisierung und Grundbildung, in der Bildungsberatung und bei der Sicherung flächendeckender Angebote für alle Bevölkerungsgruppen seinen Investitionen vonnöten.

Die PIAAC-Studie bekräftigt Wichtigkeit der Volkshochschulen

Dass einer guten Volkshochschularbeit große Bedeutung zukommt, unterstreichen die Ergebnisse der PIAAC-Studie. Der auch „Pisa für Erwachsene“ genannte wissenschaftliche Bericht bescheinigt erwachsenen Menschen in Deutschland oft nur unterdurchschnittliche Fähigkeiten in Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen oder Computerwissen. Gastredner Prof. Dr. Josef Schrader,  Direktor des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung, erläuterte in seinem Vortrag die konkreten Ergebnisse von PIAAC, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden. Danach bewegt sich Deutschland im Vergleich der OECD-Länder im unteren Mittelfeld. Japan und die skandinavischen Länder liegen dagegen in der Spitzengruppe.

Der Hessische Volkshochschulverband wählt neuen Vorstand

Auf der anschließenden Geschäftssitzung des Verbandes diskutierten die Delegierten die zukünftige Entwicklung der Volkshochschulen und wählten ihren neuen Vorstand. Im Amt als Vorsitzender wurde Baldur Schmitt, Erster Kreisbeigeordneter a.D., bestätigt. Ebenfalls in den Vorstand wiedergewählt wurden Barbara Çakir-Wahl, Direktorin der vhs Frankfurt, Gerd Krämer, Staatssekretär a.D., und Heike Habermann, Vizepräsidentin des Hessischen Landtags. Als neues Mitglied wurde Peter Zielinksi, Erster Kreisbeigeordnete des Vogelsbergkreises in den Vorstand gewählt, nachdem Jürgen Herwig, Bürgermeister von Hessisch Lichtenau nach jahrelanger Vorstandsarbeit nicht erneut kandidierte.

Nach der verabschiedeten Satzungsänderung gehören fortan die beiden Sprecher/innen der Leitungskonferenz als stimmberechtigte Mitglieder dem Vorstand an. So wurden Katharina Seewald, Leiterin der vhs Region Kassel und Michael Friedrich, Leiter der vhs Landkreis Fulda in ihren neuen Funktionen begrüßt.

Fotos: J.Zender/hvv





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